Was ist spannend an der Selbstdarstellung im Netz? (Workshop 1)
Mai 21, 2008
Herr Neurohr von Schülervz beginnt mit einem kurzen Überblick über das Schülerverzeichnis und seine Entwicklung (zu Beginn von SchülerVZ vor ca. einem Jahr 500.000 Mitglieder jetzt 3.5 Mio. Vorbild StudiVZ).
Das zentrale Thema der Sitzung/Diskussion wird die Frage nach dem Reiz der Selbstdarstellung Jugendlicher im Internet sein.
Nach der Vorstellung beginnt Herr Neurohr mit einer kleinen Vorstellung in dem er die Ursprünge der Selbstdarstellung in der Evolutionspsychologie erklärt und auch parallelen zu Tieren darstellt.
Eine der Verlockungen der Selbstdarstellung im Internet ist die Möglichkeit, sich der Öffentlichkeit auf eine andere Art und Weise zu präsentieren, in dem man anderen Personen vorteilhaft erscheint.Zudem hat man im Internet ein großes Publikum und hat so die Möglichkeit auf ein vielfältigeres Feedback.Ein weiterer Vorteil von solchen Internetverzeichnissen ist die idealisierte Selbstdarstellung durch Verfälschungen von stigmatisierenden Eigenschaften wie dem Alter.Die Diskussion beginnt mit dem Vergleich zwischen Schülervz und anderen Communities.Ein wichtiges Thema bei der Diskussion ist der Punkt der Privatsphäre, der dort angemeldeten Schüler.Das SchülerVZ erntet vor allem aufgrund der diversen Möglichkeiten zum Schutz privater Informationen, wie zum Beispiel das Verstecken des eigenen Nachnamens, Geburtsdatums oder dem Sperren der Seite für nicht befreundete User.
Herr Neurohr loggt sich zur Vorführung des Schülerverzeichnisses mit seinem eigenen Account ein und zeigt die Tipps, die das SchülerVZ den Benutzern bietet, damit sie sich sicher durch das Verzeichnis surfen können.Diese Tipps sind aufgrund der durchschnittlichen Lesefaulheit der Benutzer kurz gefasst. Auch dafür bekommt das SchülerVZ eine positive Resonanz.
- Wie wird das SchülerVZ finanziert? Werbung ? Trotz mehrerer Fragen kommt eine wirkliche Diskussion bisher nicht zustande, da die beiden Bezugspersonen für das SchülerVZ alle Fragen so beantworten können, das es keine kontroversen Meinungen gibt. Es kommen nun mehrere Fragen bezüglich der Selbstdarstellung auf.Vor allem die Glaubhaftigkeit mancher Profile ist ein Thema, da sich jede Person im SchülerVZ mit einem gefälschten Profil anmelden kann. Herr Neurohr verweist diesbezüglich auf die Möglichkeit andere User zu melden oder zu ignorieren und demonstriert dies auch über sein Profil. Der erste Kritikpunkt wird geäußert, so gibt es Zweifel daran, dass eine Community in der Größe kontrollierbar sei und somit Sachen verbreitet werden können, die nichts im SchülerVZ zu suchen haben, wie zum Beispiel das Versenden pornographischer Weblinks oder das Gründen politisch unkorrekter Gruppen.
Die Kritik wird so erstmal akzeptiert und auch von Herrn Neurohr bestätigt, da er dem Kritiker recht gibt und sagt, dass man so eine große Seite nicht komplett überwachen kann. Aber er sagt auch, dass sie sich alle Mühe geben und dass auch Selbstinitiativen von Schülern zustande kommen, um bestimmte Probleme, wie eben das Gründen einer „Nazigruppe“ zu melden.
Nun werden erste Vorschläge zur Besserung geäußert.Eine der Anwesenden wirft den Vorschlag in den Raum, Bezugspersonen für bestimmte Minderheiten (wie zum Beispiel Homosexuelle) zu ernennen, die die Wünsche dieser Minderheiten im Schülerverzeichnis vertreten. Der Vorschlag wird sogar auf Bezugspersonen an den einzelnen Schulen erweitert, so dass die Schüler ein größeres Mitspracherecht erhalten und sich dadurch besser in die Weiterentwicklung der Seite integrieren können.
Anschließend wird eine vom Schülerverzeichnis Support gegründete Gruppe („Netz gegen Nazis“) vorgestellt.
Auch wenn es keine bestimmte Zielgruppe unter den Schülern gibt, so ist das Schülerverzeichnis wohl am meisten von Gymnasiasten benutzt.
Als kleines Fazit bezüglich der Motive zur Selbstdarstellung im Internet können wir nach dieser Diskussionsrunde zusammenfassen, dass das Hauptmotiv die Möglichkeit eines Selbstgestalteten Eigenporträts, von dem man sich ein positives Feedback erhofft, ist.
Herr Neurohr beendet die Diskussion mit dem eigenen Fazit, dass wir in ein offenes Ende gehen und bedankt sich für die rege Beteiligung der Anwesenden.
Entry Filed under: Workshops. Schlagworte: neurohr, schülerVZ, selbstdarstellung, workshop.
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